Imageschaden von Boeing wird auf zwölf Milliarden USD geschätzt

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Obwohl es aufgrund der Opfer bei den beiden Abstürzen der Boeing 737 Max pietätlos klingt, hat die Beratungsfirma Brand Finance den Imageschaden mit 12 Milliarden USD beziffert.

Der eigentliche Grund für die Flugzeugabstürze wurde noch nicht identifiziert, obwohl Boeing schon über 90 Flugtests mit Softwareupdates gemacht hat. Die Höhe des Schadens wird aber auch weiterhin ansteigen. Die Bestellungen der 737 Max und dementsprechend auch die Produktion, sind um ein Drittel eingebrochen. Aber jetzt droht noch ein Großkunde mit Problemen.

Erst gestern gab die chinesische Fluglinie China Eastern Airlines Corp. bekannt, dass sie Boeing auf Schadensersatz für die Ausfälle der Flugzeuge verklagen werden. Die Fluglinie will auch prüfen, welche Konsequenzen die Sicherheitsprobleme der Boeing 737 Max 8 für die Zukunftsplanung des Unternehmens haben. Die China Eastern ist die erste der sechs chinesischen Fluglinien, die den Flugzeugbauer aus Illinois für die Ausfälle verantwortlichen machen will. Angesichts der Klage dürfte der Vorstand von Boeing aber durchaus nervös werden. Die staatliche Fluglinie betreibt 700 Flugzeuge und ist ein äußerst wichtiger Kunde.

Auch im eigenen Land zeichnen sich weitere Probleme für Boeing ab. Die Fluglinie American Airlines gab gestern bekannt, dass sie die Flugzeuge vom Typ 737 Max bis mindestens zum 19. August nicht mehr einsetzen wird. Dadurch fallen bei der Fluggesellschaft täglich 115 Flüge aus. Dies entspricht 1,5 Prozent der täglich anfallenden Flüge des Unternehmens. Der Airline-Chef Douglas Parker spricht dem Flugzeugtyp doch generell das Vertrauen aus und geht davon aus, dass die Maschinen vor dem 19. August wieder fliegen dürfen.

Unerwartet Hilfe bekommt Boeing von dem amerikanischem Präsidenten Donald Trump. Er rät dem Unternehmen, das Modell mit einigen großartigen Extras auszustatten und ihm dann einen neuen Namen und damit ein neues Markenimage zu verpassen. Er selbst beschreibt seine Fachkompetenz: „Was weiß ich schon von Markenpolitik. Vielleicht nichts, aber ich bin Präsident geworden!“. Der Präsident der Vereinigten Staaten war auch schon im Besitz einer Fluglinie. Trump Shuttle konnte aber nicht durch Erfolge glänzen.

Es wird vermutet, dass die Abstürze durch die Steuerungssoftware MCAS verursacht wurden. Boeing geht davon aus, dass die Flugzeuge mit einer neuen Softwareversion vor Juni wieder fliegen dürfen. Die Aktie von Boeing verlor durch die neuen Nachrichten am heutigen Börsentag 1,1 Prozent an Wert.


Thomas Pentzek wanderte 1992 nach Mexiko aus und hat 20 Jahre in führenden Positionen in der Automobil- und Textilindustrie gearbeitet. Durch die praktische Erfahrung in der Industrie, in internationalen Unternehmen wie Volkswagen, Ford und Nissan, sowie mit vielen Automobilzulieferanten, konnte er viele Erfahrungen im Controlling sowie Lean Management und Six Sigma machen.

Seit 2012 arbeitet er als freier Journalist und Autor. In dieser Zeit entstanden einige Bücher über das Unternehmensmanagement.

 

Thomas Pentzek auf: LinkedIn

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