Lebensmittelriese Albertson wird Teil der IBM Food Trust Blockchain

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IBM ist zweifelsohne einer der größten Player in der rasant wachsenden Blockchain-Branche. Während man an der Entwicklung des Open-Source Protokolls Hyperledger maßgeblich mitwirkt, erprobt man auch diverse Anwendungsfälle in unterschiedlichen Branchen. Der Star unter all diesen ist die IBM Food Trust Blockchain, welche die rasche und lückenlose Nachverfolgung von Lebensmitteln entlang der Supply Chain ermöglichen soll.

Gestern Donnerstag gab der weltweit zweitgrößte Lebensmittelkonzern Albertson Companies bekannt, dass man nunmehr dem von IBM gestarteten Blockchain-Netzwerk beitreten werde. Für IBM und seine Blockchain-Sparte ist dies ein weiterer massiver Boost.

IBM Food Trust Blockchain bietet rasante Beschleunigung des Food Tracing

Gestartet im Oktober 2018 verfolgt die IBM Food Trust Blockchain ein großes Ziel: großen Lebensmittelskandalen mit Gesundheitsrisiken für Konsumenten soll effizient vorgesorgt werden. Denn immer wieder kommt es aufgrund von verseuchten oder kontaminierten Lebensmitteln zu ernsthaften Verletzungen oder im schlimmsten Fall gar Todesfällen. Der Anwendungsfall nennt sich darum „Food Tracing“.

Wenn die Kontaminierung bestimmter Produkte aus einer konkreten Produktionscharge bzw. einem Anbieter erkannt wird, ist rasches Handeln angesagt. In der Vergangenheit war das Problem die mangelnde Rückverfolgbarkeit: Supermarktketten wussten oft nicht, wo sich die betroffenen Produkte gerade befinden. Waren diese bereits über den Ladentisch gegangen, waren nichtsahnende Konsumenten in großer Gefahr.

Die Blockchain bietet eine rasante Beschleunigung der Nachverfolgung von Lebensmitteln. IBM und Walmart in Kooperation mit der Tsinghua University of Beijing entwickelten ein Testkonzept, das die Nachverfolgung von Tagen auf wenige Minuten beschleunigen konnte.

Mittlerweile ist die Technologie allerdings soweit fortgeschritten, dass man innerhalb von wenigen Sekunden ermitteln kann, wo sich ein bestimmtes Produkt gerade befindet. Damit das ganze System funktionieren kann, müssen natürlich auch die Lieferanten der Supermarktketten mitspielen.

Auch Walmart, Carrefour und Co nutzen Blockchain für Food Tracing

Natürlich haben auch weitere Handelsunternehmen das Potenzial der Nachverfolgung per Blockchain erkannt. Auch Carrefour, Nestle, Kroger und Unilever sind bereits bei der IBM Food Trust Blockchain mit an Bord.

Carrefour, immerhin Europas zweitgrößte Lebensmittelkette, gab im August bekannt, dass man sich der IBM Food Trust Blockchain anschließen würde. In einer Presseaussendung betonte man damals nicht nur die Vorteile von mehr Lebensmittelsicherheit, sondern auch der erhöhten Transparenz, welche sich Konsumenten zunehmend wünschen.

IBM Food Trust Blockchain revolutioniert Supply Chain im Lebensmittelhandel

Eine lückenlose Nachverfolgung muss alle Stationen der Lieferkette umfassen. Weil Supermarktketten wie Walmart und Albertson deren Notwendigkeit erkannt haben, werden Lieferanten mehr oder weniger direkt dazu verpflichtet, sich der IBM Food Trust Blockchain ebenfalls anzuschließen.

Walmart etwa gab seinen Lieferanten ein Ultimatum vor, demnach sie sich bis spätestens September 2019 der IBM Food Trust Blockchain anschließen müssten. Albertson Companies lässt noch nicht durchsickern, wie sie ihre Lieferanten zur Teilnahme an der Blockchain bewegen wollen. Klar ist: aufgrund der Dominanz der Handelsriesen müssen sich die Lieferanten letztendlich fügen. Was machttechnisch bedenklich ist, führt technologisch dazu, dass die Blockchain-Adoption rasant vorangetrieben wird.

IBM als Big Player in der Blockchain-Branche

Erst kürzlich haben wir über zahlreiche Blue Chips berichtet, die sich bereits intensiv mit dem Potenzial der Blockchain-Technologie beschäftigen. Während Facebook mit dem Gedanken spielt, einen eigenen Coin (“Facebook-Coin“) auszugeben, ist IBM seit mehreren Jahren das große Zugpferd in Sachen Blockchain.

Die Anwendungsfälle gehen dabei weit über den Lebensmittelhandel hinaus. Man hat bereits weitere erfolgreiche Proofs-of-Concept vorgestellt, wie etwa im Logistikbereich mit MAERSK, wo eine Blockchain-Lösung entwickelt wird, der sich mittlerweile 90 weitere Unternehmen angeschlossen haben. Allesamt basieren die Ansätze dabei auf unterschiedlichen Versionen des grundlegenden Open-Source-Protokolls Hyperledger, das die Linux Foundation verwaltet.

Wer an die Potenziale der Blockchain glaubt, muss sein Geld also nicht gleich in Kryptowährungen stecken. Auch ein näherer Blick auf die IBM-Aktie könnte sich lohnen.

Christian Brandstötter ist als studierter Betriebswirt seit 2010 als Autor zu Wirtschaftsthemen tätig.

Seitdem er Anfang 2015 das erste Mal auf Bitcoin gestoßen ist, verfolgt er das Thema Kryptowährungen aufmerksam.
Bei großem Enthusiasmus für Blockchain-Technologie versteht er Kryptowährungen bloß als einen von vielen, wenn womöglich auch den spannendsten aller Anwendungsbereiche dieser zukunftsweisenden Technologie. Dabei ist ihm stets ein kritischer, objektiver Blick auf Entwicklungen und Chancen am Kryptomarkt wichtig.

Christian Brandstötter auf LinkedIn

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