Bereits 61% aller Tech-Giganten investieren in Blockchain

Diesen Beitrag bewerten

Blockchain, die Technologie hinter Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum, wird von manchen Experten als Wegbereiter des “Internet 3.0” gefeiert. Während viele Start-ups mit innovativen Ideen und Geschäftsmodellen voll auf die besondere Distributed Ledger Technology setzen, waren große Tech-Firmen bisher eher zögerlich. Das ändert sich jetzt allerdings immer mehr. Eine im Auftrag des in San Francisco ansässigen Security-Unternehmens Okta zeigt ein klares Ergebnis. Bereits eindrucksvolle 61% aller Tech-Giganten in den USA investieren in Blockchain-Projekte. Tendenz: steigend.

Großteil will investieren in Blockchain, doch Risiko und Unsicherheit sind präsent

Waren es zunächst vor allem Banken und Versicherungen, die teilweise durch Angst, bald ersetzt zu werden, einen näheren Blick auf die Technologie geworfen haben, sind es zunehmend Technologie-Unternehmen, aber auch Energieversorger und Automobilkonzerne, die investieren in Blockchain.

Tatsächlich möchten dies noch viel mehr Unternehmen tun, werden allerdings von hohen Risiken und Unsicherheit zurückgehalten. Eine vom Beratungsunternehmen PWC im August 2018 durchgeführte Studie kam zu dem Ergebnis, dass gar 84% aller großen Unternehmen mit dem Gedanken spielen, in Blockchain zu investieren. Allerdings, so die Befragten, sind es mangelndes Vertrauen, regulatorische Unsicherheit und Herausforderungen in der Compliance mit Regelungen wie der DSGVO, die viele vom Investieren in Blockchain abhalten.

Hier sind einige jener Tech-Giganten, die ihr finanzielles Engagement in Blockchain-Projekten bereits publik gemacht haben.

IBM

Der Urkonzern der IT-Branche ist nicht bloß Investor, sondern einer der größten und einflussreichsten Player in der Blockchain-Szene überhaupt. Seit 2015 entwickelt man nämlich federführend an Hyperledger mit, einem OpenSource-Blockchain-Protokoll, das in den meisten Pilotprojekten großer Konzerne zum Einsatz kommt.

JPMorgan

Als JPMorgan CEO Jamie Dimon kürzlich den Start der JPCoin bekanntgab, sorgte das für Aufsehen und Gelächter in internationalen Medien. Schließlich hatte er Bitcoin-Käufer Ende 2017 noch wortwörtlich als „dumm“ bezeichnet. JPCoin, trotz aller Kritik, zeigt, dass auch JPMorgan das Potenzial der Technologie erkannt hat. Im Falle des Bankenriesens geht es um die effizientere und günstigere Abwicklung von Transaktionen.

Microsoft

Natürlich hat sich auch Software-Gigant bereits an das Thema Blockchain herangewagt. Tatsächlich arbeitet Microsoft gleich mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Blockchain-Protokollen (z.B. Ethereum), die Unternehmen mittels der Azure-Plattform als „Blockchain-as-a-Service“ zur Verfügung gestellt werden.

Facebook

Facebook-CEO Mark Zuckerberg ließ kürzlich aufhorchen, als er das hohe Potenzial der Blockchain-Technologie für Unternehmen wie Facebook hervorhob. Zudem hat er angekündigt, dass das an der Wall Street notierte Unternehmen mehrere Blockchain Use Cases erkunden werde.

E.ON

Der deutsche Energiekonzern E.ON ist seit geraumer Zeit Teil der Enerchain-Initiative. Ziel dieses Zusammenschlusses aus Dutzenden europäischen Energieversorgern ist es, Energiehandel zukünftig mittels eines durch Blockchain-Technologie ermöglichten, dezentralen Marktplatz abzuwickeln.

Bosch

Auch der Gerätehersteller Bosch arbeitet intensiv an der Erkundung der Potenziale der Blockchain-Technologie. Erst letzte Woche hat man in Kooperation mit Wien Energie einen „Blockchain-Kühlschrank“ vorgestellt. Die Blockchain dient als sichere Umgebung zur Gerätesteuerung per IoT sowie zur Aufzeichnung von Nutzungs- und Gerätedaten.

VW

Auch Volkswagen arbeitet intensiv mit dem Hersteller der IOTA-Blockchain zusammen, um noch in 2019 Blockchain-fähige Autos auf den Markt zu bringen. Überhaupt arbeite man an mehreren Blockchain-Initiativen, die diverse Anwendungsbereiche verfolgen. Diese reichen von Verfolgung von Fahrzeugteilen, Aufzeichnung und Meldung von Fahrdaten bis hin zu einer Identitätslösung, die besseres Teilen des Fahrzeuges durch mehrere Fahrer erlauben soll.

Fazit

Die Blockchain ist also nicht mehr nur ein Thema für innovative Start-ups und wagemutige Unternehmer. Auch die großen Corporates dieser Welt haben ihr Potenzial erkannt und erkunden die spannendsten und vielversprechendsten Anwendungsbereiche. Selbstverständlich bleibt ein gewisses Risiko bestehen, denn wohin diese Technologie lediglich führt und wer sich im Rennen durchsetzen kann, wird sich erst in den nächsten Monaten und Jahren wirklich zeigen. Spannende Zeiten am Aktienmarkt und in der Blockchain-Szene sind vorprogrammiert.

Es zeigt sich also, dass man auch als Aktionär und konservativer Anleger, der diese neue Technologie interessiert verfolgt, mit dem Kauf bestimmter Aktien auf den Erfolg der Blockchain setzen kann.

Christian Brandstötter ist als studierter Betriebswirt seit 2010 als Autor zu Wirtschaftsthemen tätig.

Seitdem er Anfang 2015 das erste Mal auf Bitcoin gestoßen ist, verfolgt er das Thema Kryptowährungen aufmerksam.
Bei großem Enthusiasmus für Blockchain-Technologie versteht er Kryptowährungen bloß als einen von vielen, wenn womöglich auch den spannendsten aller Anwendungsbereiche dieser zukunftsweisenden Technologie. Dabei ist ihm stets ein kritischer, objektiver Blick auf Entwicklungen und Chancen am Kryptomarkt wichtig.

Christian Brandstötter auf LinkedIn

3 Antworten auf „Bereits 61% aller Tech-Giganten investieren in Blockchain“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.