Rekordstrafe für Facebook kann die sozialen Medien für immer ändern

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Facebook hat ein schweres Jahr hinter sich, die Aktie konnte sich erst Anfang des Jahres wieder erholen. Laut der Washington Post erwartet das Unternehmen aber noch ein viel größeres Problem.

Die Federal Trade Commission hat in den USA die Funktion der Verbraucherschutzbehörde und soll auch den Datenschutz der Amerikaner gewährleisten. Anfang letzten Jahres hat die Behörde Ermittlungen wegen Facebook eingeleitet, unter anderem auch wegen dem Datenskandal um Cambridge Analytica.

Facebook hatte schon 2011 der Behörde einen strikteren Umgang mit den Daten zugesagt, um damalige Probleme zu lösen und Ermittlungen zu verhindern. In den neusten Ermittlungen geht es jetzt darum, ob Facebook die damaligen Zusagen eingehalten hat.

Der Cambridge Analytica Skandal

In dem Fall von Cambridge Analytica ging es um die Daten von einigen Millionen Nutzerdaten, die von der Datenanalyse-Firma Cambridge Analytica durch eine Umfrage-App abgefragt wurden. Facebook wusste schon 2015 von dem Problem, gab sich aber mit der Zusage zufrieden, dass alle Daten von dem Unternehmen gelöscht wurden. Die Benutzer wurden über das Datenleck nicht von Facebook oder Cambridge Analytica informiert.

Durch die Vereinbarungen mit der Federal Trade Commission in 2011, hat sich Facebook aber verpflichtet, die Benutzer transparenter zu informieren, wenn Ihre Daten an Dritte weitergegeben werden. Die Benutzer sollten auch klar über die Verwendung der Daten unterrichtet werden. Die FTC sieht in den Vorgängen von 2015 einen klaren Verstoß gegen die Abmachung und laut der Washington Post wird mit Facebook über eine milliardenhohe Strafe verhandelt.

Das wird Facebook weniger stören, da das Unternehmen mehr als 50 Milliarden USD als Rücklage besitzt. Viel wichtiger ist es das Firmenkonzept aufrecht zu erhalten. Alle wichtigen sozialen Medien beziehen ihr Einkommen aus Werbeeinnahmen. Je mehr die Unternehmen über das Kundenverhalten wissen, desto interessanter sind sie für Unternehmen, die ihre Werbung gezielt absetzen wollen. Facebook kann jetzt die Strafe der FDC akzeptieren, muss aber dann strengere Regeln akzeptieren, oder muss ein Gerichtsverfahren in Kauf nehmen. Die FDC ist aber bekannt dafür, hart gegen Datenschutz-Verstöße vorzugehen.

Das social Media Konzept ist in Gefahr!

Das ganze Konzept der sozialen Medien-Unternehmen ist in Gefahr. Durch die härteren Datenschutzgesetze in Europa und der FDC im Nacken, wird es immer schwerer das Nutzerverhalten für die Werbung zu nutzen. Facebook hat 2018 einen Umsatz pro täglich aktiven Kunden von 11,21 USD gemacht. Twitter schaffte 7,21 USD und Snap 2,10 USD Umsatz pro täglich aktiven Kunden umzusetzen. Der Umsatz von Facebook stieg in dem letzten Quartal um 20 Prozent, mit mehr als 2 Millionen neuen Werbekunden.

Auch deswegen würde eine Einigung mit der FTC für alle sozialen Medien gefährlich werden, weil die Auswertung der Kundendaten und ihr Verhalten es möglich machen, die Werbung so gezielt einzusetzen. Das Ergebnis wird also gespannt von vielen Unternehmen erwartet, weil es die Social Media Branche einschlagend ändern könnte.


Thomas Pentzek wanderte 1992 nach Mexiko aus und hat 20 Jahre in führenden Positionen in der Automobil- und Textilindustrie gearbeitet. Durch die praktische Erfahrung in der Industrie, in internationalen Unternehmen wie Volkswagen, Ford und Nissan, sowie mit vielen Automobilzulieferanten, konnte er viele Erfahrungen im Controlling sowie Lean Management und Six Sigma machen.

Seit 2012 arbeitet er als freier Journalist und Autor. In dieser Zeit entstanden einige Bücher über das Unternehmensmanagement.

 

Thomas Pentzek auf: LinkedIn

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