Deutsche Autohersteller verpassen den Anschluss an die Elektromobilität

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Im Moment sprechen alle deutschen Automobilhersteller von milliardenschweren Investitionen in die Elektromobilität. Ist der technologische Rückstand zu den Marktführern aber überhaupt noch einzuholen?

In der Welt der Elektromobilität werden die Karten neu gemischt und es scheint, da deutsche Unternehmen dort nur noch eine kleine Rolle spielen. Die Verkaufszahlen aus dem Jahr 2018 zeigen deutlich, wie die deutsche Autoindustrie den neuen Markttrend verschlafen hat. Tesla führt den Markt der Elektrofahrzeuge an und dominiert den amerikanischen Markt. Die beiden chinesischen Unternehmen BYD und BAIC bedienen den chinesischen Markt und erst als viertes Unternehmen hat sich BMW bei den Elektrofahrzeugen etabliert. Volkswagen schafft es bei den ausgelieferten Fahrzeugen erst auf Platz 10. Andere deutsche Hersteller konnten sich nicht unter den ersten 20 platzieren.

Insgesamt wurden von den 20 Unternehmen 1,6 Millionen Elektrofahrzeuge im letzten Jahr verkauft. Im Vergleich zu den 5,7 Millionen Kraftfahrzeugen, die in Deutschland alleine in 2017 hergestellt wurden, sind die Verkaufszahlen noch sehr gering. Aber auch die deutschen Hersteller haben jetzt verstanden, dass die Zukunft in der Elektromobilität liegt und das das Ende der Verbrennungsmotoren eingeläutet wurde.

Deutschland hat in dieser Technologie seine Führungsposition in der Automobilindustrie abgegeben. Die modernen und technisch überlegenen Fahrzeuge kommen jetzt aus den USA und China. Zwar stammen noch 53,4 Prozent der Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen aus heimischer Produktion, bei den Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren liegt der Anteil aber bei 69,4 Prozent. Das nächste Jahr wird für die Anleger entscheidet sein, wenn die Modernisierung nicht geschafft wird, verliert die deutsche Industrie einen wichtigen Wachstumsfaktor.

International können sich der E-Golf und der BMW i3 relativ gut verkaufen, liegen aber weit unter den Verkäufen der Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren. In Norwegen werden schon mehr Elektrofahrzeuge verkauft als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren und da liegt der Anteil der deutschen Elektrofahrzeuge nur noch bei 32,3 Prozent. Kritisch wird es für die deutschen Hersteller auf dem wichtigen chinesischen Markt, dort liegt der Anteil an dem Verkauf von Elektrofahrzeugen nur bei 0,4 Prozent. In den USA schaffen es die deutschen Elektrofahrzeuge es zu mindestens noch auf einen Verkaufsanteil von 4,2 Prozent.

Mit nur 26 Modellen sind die deutschen Automobilhersteller auf dem internationalen Markt nur sehr schwach aufgestellt. Kein Wunder, das im Moment um Subventionen und staatliche Hilfe gebettelt wird, damit der technologische Wandel nicht die deutsche Automobilindustrie abhängt.


Thomas Pentzek wanderte 1992 nach Mexiko aus und hat 20 Jahre in führenden Positionen in der Automobil- und Textilindustrie gearbeitet. Durch die praktische Erfahrung in der Industrie, in internationalen Unternehmen wie Volkswagen, Ford und Nissan, sowie mit vielen Automobilzulieferanten, konnte er viele Erfahrungen im Controlling sowie Lean Management und Six Sigma machen.

Seit 2012 arbeitet er als freier Journalist und Autor. In dieser Zeit entstanden einige Bücher über das Unternehmensmanagement.

 

Thomas Pentzek auf: LinkedIn

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