DAX rutscht unter 12.000 Punkte – Handelsstreit dürfte sich länger hinziehen

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Der Deutsche Aktienindex ist unter die charttechnische Unterstützung von 12.026 Punkten und auch unter die psychologische Barriere von 12.000 Punkten gerutscht. Damit hat sich das Bild in der Art eingetrübt, dass es jetzt erneut zu einem Test der Region um 11.800 Punkten kommen dürfte, wo auch die 200-Tage-Linie liegt.

Das Warten auf erlösende Nachrichten in Sachen Handelsstreit dürfte sich zumindest für die nahe Zukunft als vergebens herausstellen. Dass China seinen Technologie- und Softwareunternehmen eine zweijährige Steuerbefreiung einräumt, könnte ein Hinweis darauf sein, dass der Weg zu einer Einigung noch ein sehr langer werden wird. Das impliziert für die Börsen aber auch, dass es erst noch einmal schlimmer werden kann, bevor ein Abkommen tatsächlich abgeschlossen wird.

Die heute veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes aus Deutschland waren zwar nicht der Schock für die Märkte wie noch vor einem Monat. Aber es sind auch nicht die Daten, die irgendetwas von einem Aufschwung vermuten lassen, auf den die Aktienmärkte so sehnlich warten. Bis jetzt hat die lockere Geldpolitik nicht die Wirkung entfaltet, die viele sich erhoffen. Dennoch hält sich der Verkaufsdruck noch in Grenzen. Alle wissen auch, dass eine Annäherung im Handelskonflikt sehr schnell gehen kann. Und niemand will am Ende der Dumme sein, der alles verkauft hat. Daher wird selektiv alles abgegeben, was ein China-Exposure hat. Alles andere hält sich noch recht wacker.

Jochen Stanzl ist Chef-Marktanalyst bei CMC Markets in Frankfurt. Davor war er über 15 Jahre bei der BoerseGo AG als Finanzmarktanalyst tätig und hat unter anderem die Portale GodmodeTrader, Jandaya und die Investment- und Analyseplattform Guidants mit aufgebaut und als erfolgreiche Kanäle in der deutschen Trading-Community etabliert. Sein analytischer Fokus liegt auf der Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse von Währungen, Rohstoffen, Anleihen und der weltweiten Aktienmärkte.

 

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