DAX verharrt im Seitwärtstrend – Rezessionsangst treibt Gold und Silber nach oben

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Die Rezessionsangst treibt die Investoren mehr und mehr in die sicheren Häfen. Der Goldpreis hat sich in den vergangenen Tagen über den historischen Widerstand von 1.532 US-Dollar gekämpft und damit den Weg frei in altbekannte Höhen gemacht. Auch der Preis für Silber kennt in diesen Tagen kein Halten mehr, die Marke von 18 US-Dollar wurde geknackt. Silber ist damit allein in den vergangenen drei Monaten um 28 Prozent gestiegen.

Donald Trump mit seiner Lust auf einen Handelskrieg an verschiedenen Fronten gebührt dafür der Dank. Während die Investoren darüber rätseln, wie die Welt aus diesem Konflikt wieder herauskommt, scheint der US-Präsident immer tiefer hinein gehen zu wollen. Die Anleihemärkte in den USA schlagen Alarm und signalisieren eine Rezession. Die Zinskurve steht bereits Kopf, für die zweijährige Geldleihe an die US-Regierung wollen Anleger mehr Zinsen als für die zehnjährige. Die Differenz ist gestern und heute noch größer geworden, vier Basispunkte oder 0,04 Prozent beträgt der Zinsabstand jetzt.

Noch reagiert die Wall Street darauf mit einem Schulterzucken. Weder nach oben kommt der S&P 500 aktuell weg, aber auch nach unten scheint momentan für die Bären nicht viel zu holen. Das Ergebnis ist eine Seitwärtsbewegung in New York. Gleiches gilt für den Deutschen Aktienindex, hier spielt die Marke von 11.835 Punkten die entscheidende Rolle. Klettert der Markt darüber, würde aus technischer Sicht ein Boden aktiviert. Ein mögliches Ziel läge dann bei 12.294 Punkten. Parallel dazu müsste der S&P 500 in den USA über 2.941 Punkte steigen.

Die Lufthansa-Aktie machte gestern einen Satz um fast vier Prozent nach oben, nachdem eine Analystin auf eine historische Unterbewertung der Aktie hinwies. Das Stichwort Nachholpotenzial ist ein großes, wenn es um deutsche Aktien und damit den Gesamtmarkt geht. Würden jetzt die Rahmenbedingungen durch die Politik richtig gesetzt, könnte der gestrige Lufthansa-Effekt eine Blaupause für den gesamten DAX darstellen.

Apropos Politik: In Großbritannien bleibt Premier Johnson hart in der Backstop-Frage. Damit wird ein ungeregelter Brexit ohne Vertrag zwar immer wahrscheinlicher. Aber so verfahren wie die Situation derzeit ist, gepaart mit dem Blick in die Vergangenheit, scheint auf der Insel immer alles möglich, auch das Gegenteil. Am Devisenmarkt ist momentan erst einmal Ruhe eingekehrt, das britische Pfund stabilisiert sich seit gut zwei Wochen.

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Jochen Stanzl ist Chef-Marktanalyst bei CMC Markets in Frankfurt. Davor war er über 15 Jahre bei der BoerseGo AG als Finanzmarktanalyst tätig und hat unter anderem die Portale GodmodeTrader, Jandaya und die Investment- und Analyseplattform Guidants mit aufgebaut und als erfolgreiche Kanäle in der deutschen Trading-Community etabliert. Sein analytischer Fokus liegt auf der Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse von Währungen, Rohstoffen, Anleihen und der weltweiten Aktienmärkte.

 

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