Die schönsten Trends …

… sind die, die keiner erwartet! Es ist wie so oft an der Börse, im Moment steigen die Kurse – un-ge­achtet möglicher oder vorhandener Gefahren. Diese werden derzeit nicht das Gewicht beigemessen, das sie möglicherweise verdienen und werden damit ausgeblendet. Ist das schlimm?

Corona-Virus, US-Wahl, Brexit …

Die US-Wahl ist erst im November und damit in weiter Ferne. An der Börse scheint es ausgemachte Sache zu sein, dass Amtsinhaber Trump wieder das Rennen macht. Interessanterweise zeigt sich bei den Demokraten der selbsternannte „Sozialist“ Bernie Sanders weit vorne, der mit seinen Ansichten selbst innerhalb der Partei deutlich zu weit links steht. Sollte sich Sanders bei den Demokraten weiter durchsetzen, dürfte dies auch an den Aktienmärkten entsprechend Spuren hinterlassen. Damit wäre dann aber eher in den Sommermonaten zu rechnen. Ebenfalls ab dem Spätsommer dürfte allmählich auch das Thema Brexit auf der Tagesordnung stehen. Schließlich scheint der vom US-Premier Johnson jüngst noch einmal bestätigte Termin hinsichtlich der Vertragsverhandlungen nicht haltbar zu bleiben, so dass immer noch die Gefahr eines ungeordneten Brexits im Hintergrund verborgen bleibt.

Last but not least dürften sich die wirtschaftlichen Folgen des Corona-Virus erst in den nächsten Geschäftszahlen bemerkbar machen und könnte dann ebenfalls für einen negativen Impuls sorgen. Damit wäre dann ab Mitte bis Ende April zu rechnen.

Sell in may … ?

Doch was ist bis dahin zu erwarten? Aus saisonaler Sicht würde all dies in das übliche Muster passen. Interessanterweise aber auch ein Aufschwung am Aktienmarkt bis Ende April. Und oftmals sind (temporäre) Endphasen von Trends von einer sehr dynamischen und steilen Bewegung begleitet. An den Aktienmärkten könnte die aktuelle Rally daher durchaus noch etwas anhalten. Allerdings sollte man sich bei einem Einstieg eben auch der Gefahren bewusst sein, die im erwähnten Zeitabschnitt wieder auf der Agenda landen könnten. In diesem Fall könnte auch in diesem Jahr die alte Börsenweisheit passen, die besagt, dass man im Mai der Börse den Rücken kehren soll. Ob dann aber – vor allem im Hinblick auf die dann kurz bevorstehende US-Wahl – eine Wiederkehr im September sinnvoll ist, muss sich aber erst zeigen.

Eine erfolgreiche Börsenwoche wünscht Ihnen

Stephan Feuerstein
Hebelzertifikate-Trader
http://www.hebelzertifikate-trader.de

Stephan Feuerstein besitzt als Chefredakteur des Trading-Dienstes "Hebelzertifikate-Trader" (Hebelzertifikate.de) langjährige Erfahrung im Handel mit derivativen Finanzprodukten. Seit Anfang der 1990er Jahre beschäftigt er sich mit der Börse und legte schon früh den Schwerpunkt auf die Technische Analyse und die Entwicklung von Handelssystemen. Von 1999 bis 2001 war er Leiter der Technischen Analyse beim Optionsschein-Magazin; er veröffentlichte zudem in vielen Börsenbriefen und -magazinen zu den Themen der Technischen Analyse, Risiko- und Money-Management und Börsensoftware.

Seit 2012 betreibt er als Head of Trading das Informationsportal Boerse-Daily.de.

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