Ein- oder aussteigen?

Allmählich zeigen sich die wirtschaftlichen Auswirkungen infolge der Verbreitung des Corona-Virus. Wenngleich hierzulande der eher als Stimmungswerkzeug zu betrachtende ZEW-Index nur einen leichten Rücksetzer zu verzeichnen hatte, sollten die künftigen Konjunkturindikatoren besonders beobachtet werden. Schließlich hat Deutschland zuletzt nur noch auf ein Mini-Wachstum erzielt und könnte nun wieder in eine Rezession abrutschen.

Wirtschaftliche Auswirkungen werden bislang unterschätzt!

Während die Aktienkurse steigen und steigen, zeigen sich bei diversen Analysetechniken durchaus interessante Ergebnisse. Zunächst ist die Stimmung hierzulande trotz der neuen Allzeithochs bei DAX, Dow & Co. nach wie vor eher verhalten (im privaten Bereich sogar rückläufig). Da die Hausse bekanntlich in der Euphorie stirbt, passt dies irgendwie nicht richtig zusammen. Allerdings scheinen die Aktienkurse zuletzt losgelöst vom fundamentalen Umfeld. Auch wenn die Unternehmenszahlen in der letzten Woche durchaus sehr gut waren, bleibt die Frage, wie sich eine wirtschaftliche Abkühlung Chinas infolge des Corona-Virus auf den Rest der Welt auswirken wird. Allerdings pumpt die chinesische Regierung Milliarden in den Markt um die negativen Folgen so gut wie möglich abzudämpfen. Da China aber nicht mehr isoliert betrachtet werden kann (im Vergleich zur Verbreitung des SARS-Virus 2002/03), werden die Folgen auch für den Rest der Welt spürbar werden. So beginnen bereits erste Unternehmen, die Gewinnprognosen zu senken, da entweder der Konsum nicht mehr in den gewünschten Bahnen verläuft. Oder aber, dass einfach „nur“ Lieferketten durch den temporären Ausfall in China unterbrochen sind und Produkte damit nicht gefertigt werden können.

Noch eine günstige Gelegenheit?

Bereits seit einigen Wochen machen wir darauf aufmerksam, dass die Aktienmärkte die wirtschaftliche Gefahr etwas ausblenden. Dies muss allerdings nicht unbedingt als Problem gewertet werden. Sofern man investiert ist, darf man sich über steigende Gewinne freuen. Wer sich im Hinblick auf den saisonal sehr starken Abschnitt zwischen März und April positionieren möchte, hat möglicherweise noch in den letzten Tagen des Februars eine günstige Gelegenheit. In jedem Fall sollte einem aber bei weiter steigenden Gewinnen bewusst sein, dass diverse Gefahren im Hintergrund lauern, die sich dann auch rasch wieder zurückmelden können. Saisonal betrachtet, sollte dabei ein schwächerer Sommer nicht überraschen!

Eine erfolgreiche Börsenwoche wünscht Ihnen

Stephan Feuerstein
Hebelzertifikate-Trader
http://www.hebelzertifikate-trader.de

Stephan Feuerstein besitzt als Chefredakteur des Trading-Dienstes "Hebelzertifikate-Trader" (Hebelzertifikate.de) langjährige Erfahrung im Handel mit derivativen Finanzprodukten. Seit Anfang der 1990er Jahre beschäftigt er sich mit der Börse und legte schon früh den Schwerpunkt auf die Technische Analyse und die Entwicklung von Handelssystemen. Von 1999 bis 2001 war er Leiter der Technischen Analyse beim Optionsschein-Magazin; er veröffentlichte zudem in vielen Börsenbriefen und -magazinen zu den Themen der Technischen Analyse, Risiko- und Money-Management und Börsensoftware.

Seit 2012 betreibt er als Head of Trading das Informationsportal Boerse-Daily.de.

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