Gelegenheit im Herbst?

Es sind zahlreiche Einflussfaktoren, welche sich aktuell belastend auf die Entwicklung am Aktienmarkt auswirken. So hat sich am chinesischen Aktienmarkt eine Blase entwickelt, die mit den Zahlungsschwierigkeiten chinesischer Immobilienunternehmen ihren Höhepunkt erreicht hat. Wenngleich ein Zahlungsausfall des zweitgrößten Immobilienunternehmen Chinas, Evergrande, in erster Linie chinesische Gläubiger trifft, sollten die Auswirkungen auf den Rest der Welt nicht unterschätzt werden. Besonders brisant entwickelt sich hingegen ein anderes, globales Problem!

Wenn das Angebot knapp wird, …

… steigt bekanntlich der Preis. Dies lässt sich aktuell bei Rohstoffen oder auch Vorprodukten erkennen. Die „Chipkrise“ sorgt dafür, dass Unternehmen die angestrebten Ziele nicht mehr erreichen können. Bei den anstehenden Quartalszahlen könnte dies verstärkt in den Ausblick aufgenommen werden. Genau dies könnte allerdings dazu führen, dass sich die Käufer am Aktienmarkt zurückhaltend zeigen. Unterschreitet der DAX dabei das Tief der vergangenen Woche, ist von einem Ende der „Pandemie-Hausse“ auszugehen.

Kommt es zu einer attraktiven Chance?

Daneben sorgt die weiterhin hohe Inflation bei den Anlegern für weiteren Unmut. Hier machen sich die Einmal-Effekte aus der Corona-Pandemie bemerkbar. Sollte die bereits erwähnte „Chip-Krise“ im kommenden Jahr hinter sich gelassen werden, dürfte auch die Konjunktur weiter an Fahrt gewinnen. Damit sollte die aktuell erhöhte Inflation wieder absinken. Insofern ist es sinnvoll, den berühmten Blick über den kurzfristigen Tellerrand zu werfen. Aus saisonaler Sicht zeigt die Richtung am Aktienmarkt nun wieder nach oben. Dies könnte unter anderem aufgrund einer nachgebenden Inflation sowie steigenden Konjunkturhoffnungen geschehen. Schließlich würde mit einer im Rahmen der Erwartungen verlaufenden Inflationsrate auch der Druck auf die Notenbanken abnehmen. Diese stehen aufgrund der extrem expansiven Geldpolitik der vergangenen Jahre allerdings vor einem nahezu unlösbaren Problem: Sollten diese die Finanzspritzen absetzen und sogar an der Zinsschraube drehen, dürfte dies zu deutlichen Verwerfungen an den Märkten führen. Dessen sind sich die Notenbanken durchaus bewusst, allerdings dürften auch weiterhin Anleihen im Wert von vielen Milliarden US-Dollar von den Notenbanken erworben werden. Während der Ausblick mittelfristig durch wieder verfügbare Güter, einer anziehenden Inflation sowie einem konjunkturellen Anstieg hoffnungserweckend bleibt, bereitet das langfristige Szenario durchaus Anlass zur Sorge. Allerdings wäre es aktuell zu früh, das Portfolio dafür umzustellen. Und so richtet sich der Blick wieder auf den saisonal freundlichen Herbst, der auch dieses Mal die eine oder andere Gelegenheit mit sich bringen wird.

Eine erfolgreiche Börsenwoche wünscht Ihnen

Stephan Feuerstein
Hebelzertifikate-Trader
http://www.hebelzertifikate-trader.de

Stephan Feuerstein besitzt als Chefredakteur des Trading-Dienstes "Hebelzertifikate-Trader" (Hebelzertifikate.de) langjährige Erfahrung im Handel mit derivativen Finanzprodukten. Seit Anfang der 1990er Jahre beschäftigt er sich mit der Börse und legte schon früh den Schwerpunkt auf die Technische Analyse und die Entwicklung von Handelssystemen. Von 1999 bis 2001 war er Leiter der Technischen Analyse beim Optionsschein-Magazin; er veröffentlichte zudem in vielen Börsenbriefen und -magazinen zu den Themen der Technischen Analyse, Risiko- und Money-Management und Börsensoftware.

Seit 2012 betreibt er als Head of Trading das Informationsportal Boerse-Daily.de.

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