Tappen Sie nicht in die Falle!

Zunächst zu etwas Positivem. Der Aktienmarkt hat die Angst um eine Corona-Pandemie weitgehend weggesteckt, somit befinden wir uns aktuell doch wieder auf einem Niveau, das zuletzt vor Ausbruch und Verbreitung des Virus erfolgt ist. Dies ist einerseits schön und zeigt die Kraft, die immer noch vorhanden ist. Andererseits wird damit aber der volkswirtschaftliche Schaden ausgeblendet, welcher eine Folge der Maßnahmen um das Virus ist. Dennoch blicken die Anleger hoffnungsvoll in die Zukunft. Warum auch nicht?

Unendliche Fülle an Treibstoff?

Auch wenn es innerhalb der Quartalszahlensaison vor allem bei den US-Werten sehr positive Überraschungen unter anderem bei Amazon.com und Microsoft usw. gab, wurde der Berichtsabschnitt auch durch weniger gute Ergebnis eingetrübt. So fallen bei den US-Werten beispielsweise eine Facebook oder eine Alphabet auf. Und dennoch scheint es so, als ob es sich lohnen dürfte, gerade in diese Rücksetzer hinein weiter zu investieren. Ein wesentlicher Grund dafür ist die unfassbare Geldschwemme, mit welcher die Notenbanken die Märkte nach wie vor fluten. Langfristig dürfte es den obersten Währungshütern sehr schwer fallen, von der Politik des billigen Geldes eine Kehrwende zu vollziehen. Vielmehr ist damit zu rechnen, dass eine mögliche Krise mit noch mehr Geld erstickt wird. Zumindest scheint dies die Lehre der vergangenen 40 Jahren zu sein, die unter dem damaligen US-Notenbankchef Paul Volcker begann und unter Alan Greenspan erheblich beschleunigt wurde. Es ist also eher davon auszugehen, dass die Notenbanken künftige Krisen mit weiterem Geld bekämpfen werden. Dies führt allerdings zu einer Entwertung von Guthaben, womit auch der deutsche Sparer allmählich den Weg an den Aktienmarkt findet. Solange der Treibstoff Geld weiter sprudelt und die Bewertungen der Aktien nicht ins uferlose steigen, solange dürfte die Party am Aktienmarkt auch noch weitergehen. Allerdings sei darauf hingewiesen, dass der Zustand langfristig durchaus bedenklich wird. Noch scheint es aber so, als ob Rücksetzer immer noch als günstige Einstiegsgelegenheit betrachtet werden können.

Die berühmte Uhr …

… die zwar kaputt ist, dennoch aber zwei Mal am Tag die richtige Zeit anzeigt, trifft man in diesen Tagen wieder vermehrt an den Börsen. Gemeint sind die Crashpropheten, welche den Weltuntergang an den Aktienmärkten geradezu herbeibeten. Dies erinnert an die Zeiten des Neuen Marktes, als eben genau diese hysterischen Warner zwar am Ende doch noch Recht bekamen, ihnen aber viele Jahre einer unfassbar heftigen Hausse entgingen. Obwohl genau diese Angstmacher über viele Jahre eigentlich Geld vernichten, sind sie am Ende doch gern gesehene Gäste in diversen Talkshows, da sie ja den Crash „bereits frühzeitig“ erkannt haben. Eigentlich aber haben sie viele Monate und Jahre sprudelnder Gewinne durch ihre Schwarzmalerei verpasst. Denken Sie das nächste Mal darüber nach, wenn Sie wieder einmal von einem solchen Weltuntergangsszenario lesen. Angst war schließlich schon immer ein schlechter Berater!

Eine erfolgreiche Börsenwoche wünscht Ihnen

Stephan Feuerstein
Hebelzertifikate-Trader
http://www.hebelzertifikate-trader.de

Stephan Feuerstein besitzt als Chefredakteur des Trading-Dienstes "Hebelzertifikate-Trader" (Hebelzertifikate.de) langjährige Erfahrung im Handel mit derivativen Finanzprodukten. Seit Anfang der 1990er Jahre beschäftigt er sich mit der Börse und legte schon früh den Schwerpunkt auf die Technische Analyse und die Entwicklung von Handelssystemen. Von 1999 bis 2001 war er Leiter der Technischen Analyse beim Optionsschein-Magazin; er veröffentlichte zudem in vielen Börsenbriefen und -magazinen zu den Themen der Technischen Analyse, Risiko- und Money-Management und Börsensoftware.

Seit 2012 betreibt er als Head of Trading das Informationsportal Boerse-Daily.de.

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