MORNING BRIEFING - USA/Asien

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Dioxin – 27. August 2012 – 6:37
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DJ MORNING BRIEFING - USA/Asien

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+++++ TAGESTHEMA +++++

Apple hat am Freitag im Patentstreit gegen Samsung einen Sieg errungen. Ein US-Gericht sprach Apple 1,05 Milliarden US-Dollar Schadenersatz zu. Nach Meinung der Geschworenen im stark beachteten Patentprozess in Kalifornien haben die Asiaten mit ihren Mobiltelefonen die geistigen Eigentumsrechte des Konkurrenten verletzt. Mit ihrem überraschend schnell gefällten Urteil liefern sie Apple noch mehr Munition für weitere juristische Attacken gegen die Wettbewerber. Die Südkoreaner und der US-Konzern hatten sich über Patente und Geschmacksmuster ihrer populären Smartphones und Tablet-PCs gestritten und darüber, ob sie die Innovationen des jeweils anderen kopiert hatten. Die Geschworenen sahen zwar nicht, dass Samsung gegen ein Patent des iPad-Designs verstoßen hat. Allerdings erklärten sie, dass die Südkoreaner bei den Symbolen und Icons, die Apple für seine Apps verwendet, kopiert hat. Auch diese hatte Apple schützen lassen.

+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++

Keine relevanten Daten angekündigt.

+++++ ÜBERSICHT INDIZES +++++

INDEX Stand +/- %
S&P-500-Future 1.412,00 +0,16%
Nasdaq-Future 2.784,00 +0,32%
Nikkei-225 9.102,26 +0,35%
Hang-Seng-Index 19.849,18 -0,16%
Shanghai-Composite 2.062,29 -1,43%
Kospi 1.920,34 +0,03%
S&P/ASX 200 4.349,40 +0,01%

+++++ FINANZMÄRKTE +++++

OSTASIEN (VERLAUF)

Die Aktienmärkte tendieren uneinheitlich. Während die Börsen in Japan und Australien von den positiven Vorgaben der US-Märkte profitieren, lastet die Niederlage von Samsung im Patentstreit mit Apple auf dem südkoreanischen Leitindex Kospi. Die chinesischen Aktien leiden unterdessen unter Konjunktursorgen, nachdem die Gewinne der großen chinesischen Unternehmen im Zeitraum Januar bis Juli um 2,7 Prozent zurückgegangen sind. Der Kurs des Kospi-Schwergewichts Samsung fällt um 7,6 Prozent. Das Apple-Urteil lässt auch die Aktien der chinesischen ZTE um rund 8 Prozent nachgeben. Das Unternehmen ist ein großer Zulieferer für Android-basierte Smartphones, wie sie auch Samsung anbietet. Die Aktien der China Construction Bank gewinnen gegen den Trend 1,0 Prozent, nachdem das Institut überraschend gute Geschäftszahlen vorgelegt hat. Sinopec-Aktien legen um 1,4 Prozent zu. Der Gewinneinbruch um 41 Prozent war nicht so heftig, wie Analysten befürchtet hatten. Enttäuschende Geschäftszahlen lassen den Kurs der australischen Modemarke Billabong um 2,2 Prozent nachgeben. Der Kurs des ebenfalls australischen Logistikers Toll Holdings fällt um 1,1 Prozent. Das Unternehmen hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 77 Prozent weniger verdient als im Jahr zuvor, weil es Abschreibungen auf sein japanisches Frachtgeschäft vornehmen musste.

US-NACHBÖRSE

Die Aktien von Apple haben am Freitag im nachbörslichen Handel bei relativ lebhaften Umsätzen um 1,7 Prozent zugelegt, nachdem das Unternehmen einen Patentstreit gegen Wettbewerber Samsung gewonnen hatte. Aktien von UPS rückten bis um 0,3 Prozent vor und zeigten sich damit wenig beeindruckt von Sondereinflüssen, die im dritten Quartal auf den Logistikkonzern zukommen werden. Das Unternehmen restrukturiert seine Pensionspläne für rund 10.200 Mitarbeiter und rechnet daher mit einer zusätzlichen Belastung von 896 Millionen Dollar.

WALL STREET

Index Schlussstand Bewegung % Bewegung abs.
Dow Jones Industrial 13.157,97 +0,8% +100,51
S&P-500 1.411,13 +0,6% +9,05
Nasdaq-Composite 3.069,79 +0,5% +16,39
Nasdaq-100 2.778,05 +0,6% +16,03
Nasdaq-100 After Hours 2.777,12

Vortag
Umsatz (Aktien) 0,52 Mrd 0,59 Mrd
Gewinner 1.912 937
Verlierer 1.046 2.056
Unverändert 158 120

Beflügelt von der Hoffnung auf Unterstützung durch die Notenbanken in den USA und in Europa hat der US-Aktienmarkt eine Trendwende ins Plus vollzogen. Rückenwind erhielten die Kurse von US-Notenbankpräsident Ben Bernanke. Der räumte der Fed "Raum für weitere Schritte" zur Stützung der Konjunktur ein. Doch auch aus Europa kam Unterstützung: Die EZB will laut einem Bericht bei der Gestaltung ihrer künftigen Käufe von Staatsanleihen keine Renditeobergrenzen, sondern Zinsbänder definieren. Damit soll die Spekulation gegen einzelne Staaten verhindert werden. Die Daten zu den US-Auftragseingängen für langlebige Wirtschaftsgüter verloren zudem ihren anfänglichen Schrecken. Positiv wurde aufgenommen, dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel eindeutig zum Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone bekannt hatte. Auf Unternehmensseite standen Apple im Blick, die um 0,1 Prozent zulegten. Ein südkoreanisches Gericht hatte in einem Patentrechtsstreit zwischen Apple und Samsung entschieden, dass beide Unternehmen wechselseitig geistige Eigentumsrechte verletzt hätten. Eli Lilly rückten um 3,4 Prozent vor. Der Pharmakonzern meldete statistische Verbesserungen bei Patienten bei einer Studie. Salesforce.com stiegen um 1,2 Prozent. Der Unternehmenssoftwareanbieter wies einen überraschend hohen Gewinn aus.

TREASURYS

Änderung Rendite
10-Jährige 99-14/32 -2/32 1,68%
30-Jährige 99 glatt -4/32 2,80%

Die Aussicht auf Fortschritte im Kampf gegen die Eurokrise ließ die Aufschläge bei den Notierungen am US-Anleihemarkt komplett schmelzen, die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen stagnierte bei 1,68 Prozent. Zuvor hatten die Notierungen über sechs Sitzungen angezogen.

DEVISEN

DEVISEN zuletzt +/- % 0.00 Uhr Do, 10.15 Uhr
EUR/USD 1,2509 -0,0% 1,2509 1,2549
EUR/JPY 98,5019 +0,1% 98,4030 98,6596
USD/JPY 78,7460 +0,1% 78,6700 78,5945
USD/KRW 1134,7500 +0,2% 1134,7500 1130,3300
USD/CNY 6,3547 +0,0% 6,3547 6,3510
AUD/USD 1,0390 -0,3% 1,0422 1,0500

Am Devisenmarkt stützten die Bernanke-Aussagen den Euro. Das Schreckgespenst Inflation aufgrund möglicher quantitativer Lockerungen belastete den Dollar, der sich aber im späten Handel leicht erholte. Der Euro kletterte auf 1,2511 Dollar.

ÖL

Sorte/Handelsplatz aktuell Vortag (Settlmt) Bewegung % Bewegung abs.
WTI/Nymex 97,10 96,15 0,99 0,95
Brent/ICE 114,82 113,59 1,08 1,23

Am Rohstoffmarkt wechselte der Ölpreis mehrfach das Vorzeichen. Der Preis für ein Fass US-Leichtöl des Markt führenden Oktoberkontrakts der Sorte WTI verbilligte sich um 0,1 Prozent bzw 0,12 Dollar auf 96,15 Dollar. Das Entgelt für ein Barrel der europäischen Referenzsorte Brent zur Lieferung im Oktober fiel um 2,2 Prozent oder 1,42 Dollar auf 113,59 Dollar. Der Preisverfall bei Brent wurde mit Spekulationen über eine Freigabe strategischer Ölreserven begründet, womit der Lieferausfall aus dem Iran kompensiert werden soll.

METALLE

Metall aktuell Vortag Bewegung % Bewegung abs.
Gold (Spot) 1.676,08 1.669,48 +0,4% +6,60
Silber (Spot) 31,16 30,80 +1,2% +0,36
Platin (Spot) 1.552,21 1.542,67 +0,6% +9,55
Kupfer-Future 3,49 3,48 +0,2% +0,01

Der Goldpreis rutschte ins Minus, die Feinunze wurde mit 1.670 Dollar gehandelt. Zuvor hatten Inflationssorgen in den USA gestützt.

+++++ MELDUNGEN SEIT VORTAG, 20.00 UHR +++++

IRAN/ATOMSTREIT

Die neue Gesprächsrunde zwischen Vertretern Irans und der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ist am Freitag ohne greifbaren Erfolg zu Ende gegangen. "Wichtige Meinungsverschiedenheiten" hätten einer Einigung im Wege gestanden, vorerst gebe es keinen "Plan für ein weiteres Treffen", sagte der IAEA-Chefinspektor Herman Nackaerts.

SÜDKOREA

Moody's hat die Bonität des Landes auf "Aa3" von "A1" erhöht und dies mit der guten Haushaltslage und der Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft, externe Schocks zu verkraften, begründet.

THYSSENKRUPP

will für die Stahlwerke in Amerika 7 Milliarden Euro, wie Vorstandschef Hiesinger der Welt am Sonntag sagte.

Q-CELLS

Der südkoreanische Mischkonzern Hanwha bietet für das insolvente Unternehmen einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag in bar und will zudem Verbindlichkeiten in niedriger dreistelliger Millionenhöhe übernehmen.

HERTZ

steht Kreisen zufolge kurz vor der Übernahme der Dollar Thrifty Group Inc. Beide Seiten stehen einer informierten Person nach wochenlangen Verhandlungen vor einem Deal, bei dem Hertz 87,50 US-Dollar je Aktie in bar oder rund 2,5 Milliarden Dollar bietet.

HYUNDAI

Die französische Regierung wirft Hyundai und Kia Preisdumping vor. Innenminister Montebourg will unter dem Dach des Freihandelsabkommens zwischen der EU und südkorea Maßnahmen gegen die angeblich illegale Preisunterbietung ergreifen.

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August 27, 2012 01:37 ET (05:37 GMT)

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