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ETF Sparplan Flatex/Degiro/Hellobank

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  • ETF Sparplan Flatex/Degiro/Hellobank

    Ich als Österreich habe jetzt die Wahl zwischen 3 Brokern für meinen [WIKI]ETF[/WIKI] Sparplan und zwar die oben genannt, was für Vor- und Nachteile haben diese, was würdet ihr empfehlen? Und warum?

    Anlagehorizont mittel- bis langfristig.

    Vorerst würde ich einmal 100 monatlich den MSCI World investieren.

  • #2
    AW: ETF Sparplan Flatex/Degiro/Hellobank

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    • #3
      AW: ETF Sparplan Flatex/Degiro/Hellobank

      Hallo!

      Ich bin gerade über die Google-Suche auf diesen Thread hier gestoßen und kann es nun nicht lassen zu schreiben, denn ich stand (stehe) vor der exakt selben Frage. Ich möchte auch gerne meine gesammelten Erfahrungen teilen, damit sie für Leute in der selben Situation hilfreich sein können.

      Angefangen hat es bei mir vor einigen Monaten mit einem "Sparplan" für einen ETF, den ich mir bei Degiro eingerichtet habe.

      Sparplan deshalb in Anführungszeichen, da der Broker keine echten Sparpläne anbietet, dafür aber eine Liste von gratis (ohne Kommission) über Börsen handelbare ETFs. Für mich ist es aber dennoch insofern ein Sparplan, da ich mir in meinem Kalender monatlich den Eintrag "1 Stück ETF kaufen" gelegt habe.

      Bei mir sollte es monatlich ein Stück des Spdr S&P500 ETFs (Ticker-Symbol: SPY) sein.

      Als Österreicher stand ich aber kurz nach dem Einlesen in die steuerliche Thematik vor folgendem - großen - Problem:


      Steuerliche Herausforderung in Österreich bei ausländischen Fonds

      Der bei Degiro gratis handelbare Spdr S&P500 ETF ist das Original aus den USA (SPY). Er ist nicht der europäische Zwilling, der gleich ausgestattet eine irische ISIN-Nummer trägt.

      Nun ist es rein steuerlich so, dass der originale SPY-ETF in Österreich den "schwarzen Fonds", oder genau bezeichnet den sog. Nicht-Meldefonds zugeschrieben wird. Die Gesellschaft hinter dem ETF (das ist amerikanische State Street Global Advisors oder SSGA) sendet dafür genau keine Meldung an die Österreichische Kontrollbank (ÖKB). Eine solche Meldung ist aber zwingende Voraussetzung, dass ein Fond oder hier ETF mit steuerlichen Verpflichtungen in einem vernünftig handhabbaren Ausmaß verbunden ist.

      Eine solche Meldung zu einem Fond bewirkt, dass er mit der Meldung als Meldefonds behandelt wird. Die Meldung beinhaltet grob gesagt die Info darüber, zu welchen Teilen es sich bei der letzten Jahresentwicklung des ETFs um eine Kurssteigerung, sowie zum anderen Teil um Ausschüttungen handelt.
      Kurssteigerungen und Ausschüttungen sind in Österreich steuerlich unterschiedlich zu behandeln.

      Für Ausschüttungen ist schon nach der Ausschüttung Kapitalertragsteuer in der Höhe von 27,5 % zu entrichten. Also laufend während der Haltedauer des ETFs.

      Für Kurssteigerungen ist bei Veräußerung des ETFs, also nicht während der Haltedauer sondern abschließend beim Verkauf, Kursgewinnsteuer in Form einer Kapitalertragsteuer in der Höhe von 27,5 % zu entrichten.

      Da die Entwicklung eines ETFs nach diesen zwei Gesichtspunkten unterteilt, und für beide Teile die obigen gesonderten steuerlichen Vorschriften zur Anwendung kommen, ist die Meldung der Fondsgesellschaft an die ÖKB notwendig. Diese gibt Auskunft über die relevanten Entwicklungen des ETFs.
      Ohne die Auskunft hingegen ist steuerliche korrekte Bewertung des ETFs nicht möglich - aus der reinen Kursveränderung sind die relevanten Informationen nicht ablesbar.


      Situation beim originalen Spdr S&P500 ETF (Ticker: SPY)

      Zum SPY-ETF ergeht keine Meldung an die ÖKB, er ist ein Nicht-Meldefonds. Das bedeutet:
      • Am Ende des Kalenderjahres, zum 31.12., gelten Pauschal 10 % des Depotwerts des ETFs als Gewinn, der während des Jahres erzielt worden ist.
      • Alternativ, wenn höher, gelten 90 % der zwischen 1.1. und 31.12. stattgefunden Kurssteigerung als pauschal ermittelter Gewinn.
      • Für diesen so pauschal ermittelten Gewinn fällt Kapitalertragsteuer in der Höhe von 27,5 % an.
      • Der so pauschaliert errechnete Gewinn kann (und wird) den tatsächlichen Gewinn also weit übersteigen.
      • Zusatz, wo ich schon längst ausgestiegen war, da völlig uninteressant: Anstelle der hier ja fehlenden ÖKB-Meldung zur genauen Berechnung der Steuerpflicht könnte man einen Steuerberater beauftragen, die Geschäftsberichte des Fonds zu übersetzen, bzw. die relevanten Infos daraus aufzubereiten ... um sodann anstelle der pauschalen, oft sicher nachteiligen, Gewinnermittlung eine exakte Berechnung der Steuerschuld vornehmen zu können. Weiters ist für Fälle solcher Steuerberechnungen ein Verlustvortrag scheinbar zulässig ... es macht es nicht einfacher und aus extrem komplex wird, wie man in Österreich mancherorts zu sagen pflegt, ein "Bistdudeppert Komplex"


      Und:
      Da der ETF im Beispiel hier nicht bei einem Österreichischen Broker, sondern auf einem Auslandsdepot liegt, kann man diese überaus komplexe, steuerlich vermutlich extrem nachteilige, Berechnung noch selbstständig und völlig alleine vornehmen.

      Berechnen kann man die Steuerschuld so, dass man dem Finanzamt einzig ein Endergebnis in Form einer Zahl (angefallener Gewinn) vorlegt. Da man in Österreich dem Finanzamt zur Einkommensteuererklärung neben Endergebnis-Zahlen keinerlei Belege, Unterlagen oder sonstige Berechnungen möchte, kann ich mir durchaus vorstellen, dass derartige Zahlen-Angaben in der Erklärung durchaus die Neugier so mancher SteuerprüferIn wecken.

      Hat man mal so eine Steuerprüfung, werden die genauen Hintergrundinformationen natürlich schon benötigt. Eine Prüfung wird zwar im eigenen Beisein geschehen, gut kann ich mir aber vorstellen, dass der ganze Vorgang Stunden des Durchforstens von Belegen, Transaktions-Protokollen, Excel-Tabellen und dazu viele Erklärungen benötigt. Nur damit die komplexe Berechnung überhaupt nachvollziehbar wird.

      Das kann es nicht sein. Nicht für mich.


      Die Lösung: ETF-Sparplan mit einem Meldefonds, Abwicklung über österreichischen Broker
      Untertitel: So patriotisch bin ich

      Im Falle des Spdr S&P500 ETFs:
      Anstelle des amerikanischen Originals mit Ticker-Symbol SPY nehme ich den europäischen Zwilling mit irischer ISIN-Nummer. Die Details habe ich jetzt nicht zur Hand, im Gegensatz zu amerikanischen Ticker-Symbolen merke ich mir ISIN-Nummern auch nicht wirklich auswendig
      Der europäische Zwilling ist ein Melde-Fonds, d.h. der dahinter stehende britische SSGA-Ableger nimmt die für Europa erforderlichen Voraussetzungen wahr. Auch steuerliche Meldepflichten für die ÖKB des kleinen Österreichs, damit deren Produkte dort steuerlich akzeptabel behandelt werden.

      Der europäische ETF (Meldefonds) , bei einem österreichischen Broker bedeutet nun:
      • Heranziehung echter Gewinne für die Berechnung anfallender Steuern - anstelle der pauschalierten Gewinnermittlung, die sehr wahrscheinlich höchst nachteilig für einen Anleger sein kann.
      • Sämtliche steuerliche Berechnungen werden vollautomatisch vom Broker vorgenommen
      • Berechnete, fällige Steuern werden gleich direkt aus dem Depot, vom Broker, anonym an das Finanzamt abgeführt. Es ist deshalb nicht mehr ein einfacher ETF-Sparpaln, der einen Anleger aufgrund seiner Steuererklärung auf dem Radar des Finanzamts erscheinen lässt. Nach der Beschreibung oben dürfte das ein Vorteil für alle sein. Jedenfalls ist es aber eine enorme Erleichterung, da die Komplexität drastisch reduziert wird.



      Meine Brokerauswahl
      Auf meinem Radar waren der Raiffeisen-Direktableger (Bankdirekt), die Hellobank sowie Flatex.
      Aufgrund meines gewünschten ETFs, dem Wunsch diesen als Sparplan beschaffen zu können, und vor allem aufgrund günstiger Konditionen ist meine Wahl auf Flatex gefallen.

      Nun geht es darum, das Vorhaben in die Tat umzusetzen, den Sparplan anzulegen. Das ist der nächste Schritt. Steuerliches, insbesondere die Entscheidung warum ich einen europäischen ETF nehme, bei gleichzeitiger Wahl eines Inlands-Brokers in Österreich, das ist für mich genug überlegt, erledigt und abgehakt

      Zum weiteren Vorgehen werden ich mich sicher noch mit der einen oder anderen Frage an die Experten hier im Forum wenden


      Wenn in meiner Schilderung oben eine Uneindeutigkeit vorhanden ist, oder mir sogar eine Unkorrektheit durchgerutscht ist, dann bitte ich um Info. Ich nehme gerne eine Korrektur des Textes vor.
      Zuletzt geändert von cordo212; 09.10.2016, 22:01.

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      • #4
        AW: ETF Sparplan Flatex/Degiro/Hellobank

        Echt? Sowas geht? Österreich kann einfach pauschal mal 10% des Kurswertes am Jahresende als Gewinn werten und mit 27,5% versteuern auch wenn der Kurs sich keinen Millimeter im Vergleich zum Jahresstart bewegt hat? Schöne neue Welt

        Gibts das in D auch?

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