Aktuelle Zwangspause mit Geduld und Ausdauer überstehen

An den Märkten ist derzeit nicht viel los. Besonders der DAX hat seit Wochen einen abnehmenden „Puls“. Es gibt im kurzfristigen Bereich weder besondere noch verlässliche charttechnische Signale. Die Impulsbewegung im sehr kurzfristigen Bereich des Nasdaq 100, die ich am Freitag noch gesehen hatte, bestätigte sich zum Beispiel nicht. Auch marktbewegende Nachrichten fehlen und aktuelle Konjunkturdaten liefern keine Impulse. So fiel der vorgestrige ifo-Geschäftsklimaindex lediglich im Rahmen der Erwartungen aus. Die Stimmung unter den deutschen Managern hat sich leicht verbessert. Der Frühindikator erholte sich daher auf 95,0 Punkte, nach 94,7 Punkten im Vormonat.

ifo-Geschäftsklimaindex

Dabei zeigten sich die Unternehmer sowohl bezüglich ihrer aktuellen Geschäftslage als auch bei den Erwartungen für die kommenden Monate nur minimal optimistischer. Das verarbeitende Gewerbe verharrt also in der Rezession, während sich Handel und Dienstleistung weiterhin deutlich robuster zeigen.

Der ifo-Index bestätigte damit nur die Einkaufsmanagerdaten vom vergangenen Freitag. Und daher hatte er kaum Einfluss auf die Börsenkurse, die sich inzwischen immer weniger volatil zeigen und dadurch kaum vom Fleck kommen.

Handelssignale mit der Lupe suchen

Ob die Volatilität an den Märkten wohl derzeit so gering ist, weil es jüngst kaum mehr nennenswerte Nachrichten für die Börsianer gab, oder es kaum relevante Nachrichten gab, weil sich die Kurse kaum bewegt haben, sei dahingestellt. Jedenfalls müssen Börsianer derzeit eine Pause einlegen (siehe auch „Wochenausblick: Pause für Börsianer…“) – aus meiner Sicht eine sehr nervige Zwangspause.

Denn Jochen Steffens und ich suchen schon seit Anfang November sehr intensiv nach neuen Tradinggelegenheiten für unseren Börsenbrief „Premium-Trader“. Wir sind bis heute nicht fündig geworden. Und selbst im „Target-Trend-CFD“, in dem wir mit einer Haltedauer von durchschnittlich 8,8 Tagen die sehr kurzfristigen Handelssignale traden, ließ sich jüngst kein Blumentopf gewinnen. Die vergangenen 8 Trades beendeten wir sogar bereits binnen maximal 3 Tagen wieder, weil sich die gehandelten Signale einfach nicht bestätigen wollten.

Volatilität nimmt kontinuierlich ab

Insbesondere beim Blick auf den folgenden 10-Minuten-Chart des DAX, den ich in dieser Art und Weise auch schon am Mittwoch vergangener Woche hier in der Börse-Intern verwendet hatte (siehe „Auf die Bullen- folgte die Bärenfalle im DAX“), zeigt sich das aktuelle Dilemma: Schon seit dem 7. November läuft der Index überwiegend in einer Range von gerade einmal ca. 150 Punkten seitwärts (gelbes Rechteck).

DAX - Seitwärtsrange seit 7. November

Und im folgenden 5-Minuten-Chart zeigt sich, dass diese Range nach den Fehlausbrüchen des DAX nicht einmal mehr vollständig ausgenutzt wurde und sie sich in dieser Woche sogar auf im Wesentlichen nur noch weniger als 40 Zähler eingeengt hat (kleines gelbes Rechteck).

DAX - Volatilität nimmt immer weiter ab

Wenn man dieser Entwicklung etwas Gutes abgewinnen will, dann lediglich die Aussicht auf eine baldige dynamische Ausbruchsbewegung, die häufig auf solche Phasen folgt. Und je länger die Kurse in engen Bahnen seitwärts konsolidieren, desto stärker fällt meist die anschließende Impulsbewegung aus. Insofern muss man lediglich geduldig bleiben und auf das Ausbruchssignal warten, um dann in Ausbruchsrichtung einzusteigen und von der neuen Trendbewegung zu profitieren.

Geduld und Ausdauer zahlt sich aus

Das ist aber leichter gesagt als getan. Denn in Seitwärtsbewegungen kommt es häufig auch zu Fehlsignalen, wie die Bullen- und Bärenfalle im DAX kürzlich bereits gezeigt haben (siehe rote Bögen in den Charts oben). Unter anderem aus diesem Grund mussten wir auch die letzten Trades im „Target-Trend-CFD“ so schnell wieder schließen. Doch davon darf man sich nicht entmutigen lassen. Denn wenn man die entscheidende Ausbruchsbewegung erwischt, wird man für die Mühen, die Ausdauer und die Geduld schnell mit barer Münze belohnt.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus

(Quelle: www.stockstreet.de)

Sven Weisenhaus ist Chefredakteur des renommierten Börsen-Newsletters Börse-Intern, der vom bekannten Börsen-Portal Stockstreet.de herausgegeben wird. Er schreibt dort auch die Analysen des „Target-Trend-Spezial“ - einem börsentäglichen Dienst, der den DAX und andere Indices nach der berühmten Target-Trend-Methode analysiert.

www.stockstreet.de

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