DAX gibt Freitagsgewinne wieder ab – Fokus wandert auf künftiges Epizentrum USA

Die Gesellschaft und die Börsen haben gleichermaßen in den Risikovermeidungsmodus gewechselt. Da die Menschen wegen der Kontaktsperre zuhause bleiben müssen, brechen weite Teile der Wirtschaft weg. Gastronomen müssen ihre Restaurants schließen, Flughäfen werden zu Parkplätzen und Vermieter fürchten, dass ihnen bald ihre Mieterträge wegbrechen. Menschen, die in Kurzarbeit gehen, erhalten zwar einen teilweisen Lohnausgleich. Das kann aber auch zu wenig sein, um Rechnungen zu bezahlen, die trotzdem weiter gestellt werden.

Die USA drohen nach Europa nun zum neuen Epizentrum der Corona-Pandemie zu werden. Goldman Sachs rechnet mit einem Einbruch der Wirtschaftsleistung um 30 Prozent im zweiten Quartal. James Bullard von der US-Notenbank schließt sogar eine Arbeitslosenquote von 30 Prozent in den USA nicht aus. Die wirtschaftspolitisch richtige Antwort auf diese Entwicklungen ist unbekannt. Während der japanische Premierminister von der Möglichkeit einer V-förmigen Erholung nach Eindämmung des Coronavirus spricht, konnte man sich in den USA gestern im Senat nicht auf ein billionenschweres Hilfspaket für die Fluggesellschaften und andere wirtschaftlich hart getroffene Branchen einigen.

Damit steigt die Unsicherheit unter den Investoren wieder, nachdem man am Freitag an der Börse noch das Szenario einer Beruhigung spielte. Der Volatilitätsindex VIX ist wieder auf dem Weg nach oben. Versuche zur Bodenbildung gab es genügend – nur keiner war bislang erfolgreich. Der Dow Jones ist auf neuen Tiefs angekommen, eine Stabilisierung an der Wall Street damit in weite Ferne gerückt. Ähnlich verhält es sich mit dem Deutschen Aktienindex. Das Plus am Freitag war wackelig und wurde in New York nicht bestätigt. Nun fällt der Markt wieder zurück. Solange der Index unter 8.618 Punkten bleibt, droht ein weiterer Kursrutsch.

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Jochen Stanzl ist Chef-Marktanalyst bei CMC Markets in Frankfurt. Davor war er über 15 Jahre bei der BoerseGo AG als Finanzmarktanalyst tätig und hat unter anderem die Portale GodmodeTrader, Jandaya und die Investment- und Analyseplattform Guidants mit aufgebaut und als erfolgreiche Kanäle in der deutschen Trading-Community etabliert. Sein analytischer Fokus liegt auf der Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse von Währungen, Rohstoffen, Anleihen und der weltweiten Aktienmärkte.

 

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