Die große Gefahr negativer Zinsen!

Zunächst war es der Euro, den die Europäische Zentralbank mit der Geldschwemme gerettet hat. Dabei wurden vor allem auch Länder gerettet, die es mit ihrer Haushaltsdisziplin nicht ganz so genau genommen hatten. Diese sind aber immer noch abhängig vom süßen Gift des billigen Geldes. Bedingt durch den Handelskrieg zwischen den USA und China oder auch den Brexit stottert nun aber auch noch die Wirtschaftsentwicklung, so dass die Notenbank noch weiter an der Zinsschraube dreht. Wer hätte es jemals für möglich gehalten, dass man Strafzinsen für Guthaben zahlen muss. Je weiter die EZB den Zins aber ins negative Terrain drückt, desto mehr können sich auch die Banken nicht mehr dagegen wehren und müssen diese Konditionen nach und nach auch an den Privatkunden weitergeben. Zwar tritt dies bei manchen erst ab einer gewissen Obergrenze an Vermögen in Kraft. Sollten die Notenbanker aber noch weiter an der Zinsschraube drehen, dürfte es bald auch den „normalen“ Bürger treffen. Und damit stellt sich dann durchaus die sinnvolle Frage:

Ist der Sparstrumpf eine Alternative zum Girokonto?

Zumindest liegt diese Gedanke nahe, wenn man für Bankguthaben finanziell abgestraft wird. Das ist allerdings auch eine ernst zu nehmende Gefahr. Schließlich konnte nach der Finanzkrise der so genannte „Bank Run“ durch die Zusicherung von Bundeskanzlerin Merkel sowie dem damaligen Finanzminister Steinbrück aufgehalten werden, indem versichert wurde, dass das Geld sicher sei. Mit den negativen Zinsen nimmt der Druck aber wieder zu, das Geld doch besser vom Konto abzuheben. Sollte dies allerdings im großen Stil geschehen, dürften Banken vor dem Problem stehen, dass nicht genügend Bargeld in den Tresoren liegt. Der Europäischen Zentralbank sollte dieses Problem aber durchaus geläufig sein und damit auch die Gefahr eines „Bank Runs“. Insofern sollte man damit rechnen, dass mit weiteren Zinssenkungen auch Maßnahmen gegen ein solches Phänomen ergriffen werden dürften.

Kein Grund zur Panik!

Auch wenn ein solches Szenario nicht ganz unwahrscheinlich ist, stellt es andererseits keinen Grund dar, in Panik zu verfallen. Schließlich dürfte auch ein negativer Zins eher ein temporäres Geschehen sein, der aktuell ohnehin nur bei manchen Banken erhoben wird. Und dann auch meist nur auf höhere Einlagen der Kunden. Andererseits könnte die Vorgehensweise durchaus die Wirtschaftsentwicklung ankurbeln. Denn wer sein Geld ausgibt, muss auch keine Strafzinsen befürchten.

 

Viel Erfolg an den Märkten und gute Trades

Stephan Feuerstein

Hebelzertifikate.de

Stephan Feuerstein besitzt als Chefredakteur des Trading-Dienstes "Hebelzertifikate-Trader" (Hebelzertifikate.de) langjährige Erfahrung im Handel mit derivativen Finanzprodukten. Seit Anfang der 1990er Jahre beschäftigt er sich mit der Börse und legte schon früh den Schwerpunkt auf die Technische Analyse und die Entwicklung von Handelssystemen. Von 1999 bis 2001 war er Leiter der Technischen Analyse beim Optionsschein-Magazin; er veröffentlichte zudem in vielen Börsenbriefen und -magazinen zu den Themen der Technischen Analyse, Risiko- und Money-Management und Börsensoftware.

Seit 2012 betreibt er als Head of Trading das Informationsportal Boerse-Daily.de.

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