Gefahr oder Gelegenheit?

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Bekanntlich haben politische Börsen kurze Beine. Im aktuellen Fall scheint dies allerdings nicht so ganz zu stimmen. Immerhin werden die Aktienmärkte seit Monaten von politischen Einflüssen bestimmt, welche diese kurzfristig teilweise unberechenbar machen.

Der niemals endende Brexit

Es ist nicht verwunderlich, dass aus Frankreich kritische Töne hinsichtlich einer erneuten Verschiebung des britischen Austritts aus der Europäischen Union kommen. Schließlich haben bisher alle Verschiebungen nur ein Ergebnis gehabt und das waren neue Verschiebungen. Solange das britische Unterhaus derart zerstritten ist und offenkundig nicht wirklich an einem Kompromiss interessiert ist, solange dürfte es auch Verschiebung um Verschiebung geben. Schließlich wird die „Quadratur des Kreises“ verlangt, wie es Bundeskanzlerin Merkel einst treffend bemerkte. Mit der erneuten Ablehnung des ausgehandelten Deals am Wochenende beantragt der britische Premier nun eine abermalige Verschiebung. Auch wenn aus dem einen oder anderen Land ein Murren zu hören ist, dürfte die EU letztendlich dem doch zustimmen. Und so geht der Brexit in eine weitere Runde und dürfte daher auch in den kommenden Wochen weiter Einfluss auf die Märkte haben.

Nur kurzfristig freudig gestimmt

Anzeichen, die auf einen Fortschritt im Handelskrieg zwischen China und den USA hindeuteten, hatten den DAX Anfang des Monats klar nach oben geschoben. Details zeigten dann aber, dass die wesentlich strittigen Punkte bislang eher ausgeklammert worden waren. Daneben hat die chinesische Regierung nicht sehr erfreut auf die US-amerikanische Erklärung reagiert, dass man die Protestanten in Hongkong unterstützt. In der Folge wurde die Abnahme US-amerikanischer Produkte seitens der Chinesen wieder in Frage gestellt. Da nach wie vor von beiden Seiten immer wieder auch Rückschritte in den Verhandlungen erkennbar sind, dürfte das Thema Handelskrieg noch eine Weile präsent sein. Da sich aber die Auswirkungen auf die Wirtschaft bereits jetzt schon klar spüren lassen und sich diese voraussichtlich weiter verschlechtern, sollte dies über kurz oder lang auch auf die Aktienkurse wirken.

Was treibt die Kurse dennoch?

Eine rückläufige Konjunkturentwicklung ruft die Notenbanken auf den Plan, weiteres Geld bereitzustellen. Hierzulande hat die EZB den Zins bereits im negativen Terrain angesiedelt und dürfte auch mit den Käufen von Anleihen irgendwann an die Grenze stoßen. Kein Wunder also, dass bereits auch der Ankauf von Aktien thematisiert wird. Spätestens dann dürften sich die Dividendentitel aber deutlich von den fundamentalen Bewertungen abheben und eine Blase wäre die logische Folge!

Viel Erfolg und gute Trades

Stephan Feuerstein

Hebelzertifikate.de

Stephan Feuerstein besitzt als Chefredakteur des Trading-Dienstes "Hebelzertifikate-Trader" (Hebelzertifikate.de) langjährige Erfahrung im Handel mit derivativen Finanzprodukten. Seit Anfang der 1990er Jahre beschäftigt er sich mit der Börse und legte schon früh den Schwerpunkt auf die Technische Analyse und die Entwicklung von Handelssystemen. Von 1999 bis 2001 war er Leiter der Technischen Analyse beim Optionsschein-Magazin; er veröffentlichte zudem in vielen Börsenbriefen und -magazinen zu den Themen der Technischen Analyse, Risiko- und Money-Management und Börsensoftware.

Seit 2012 betreibt er als Head of Trading das Informationsportal Boerse-Daily.de.

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