So schlimm wie im letzten Jahr?

So schlimm wie im letzten Jahr?
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Während das letzte Quartals des Jahres eigentlich von einer saisonalen Stärke geprägt ist, ging es im vergangenen Jahr um  rund 15 Prozent nach unten. Wenngleich zwar der Start ins neue Jahr diese Delle rasch ausgleichen konnte, herrschte  zum Jahreswechsel zunächst helle Aufregung. Dem vorausgegangen war aber bereits eine abwärts gerichtete Tendenz, die bereits im Juni 2018 begonnen hatte und die dann im Ausverkauf Ende Dezember gipfelte.

Erneuter Einbruch in den kommenden Wochen?

 Die Auswirkungen des Handelsstreits sind mittlerweile klar auszumachen und dürften auch durch die in Kürze beginnenden Quartalszahlensaison belegt werden. Aus fundamentaler Sicht fällt auf, dass sich die Auftragseingänge für Investitionsgüter abschwächen. Ebenfalls stark rückläufig ist auch die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe. Hier befinden wir uns mittlerweile auf einem Niveau, das zuletzt im Jahr 2009 erreicht wurde. Ein Ende der Handelsstreitigkeiten ist allerdings nicht abzusehen. Im Gegenteil, waren jüngst offensichtlich Strafmaßnahmen gegenüber chinesischen Unternehmen im Gespräch, die am US-Aktienmarkt gelistet sind. Auch fällt auf, dass US-Präsident Trump im Wahlkampfmodus zunehmend noch mehr sein Credo „America first“ vertritt, was bei vielen seiner Wähler gut ankommt. So gesehen, sollte daher eine weitere Zuspitzung des Konflikts zumindest einkalkuliert werden.

Geld wie am Fließband!

 Im Gegensatz zum Herbst des vergangenen Jahres hat aber die US-Notenbank wieder auf eine expansive Geldpolitik gedreht und auch von andernorts ist eine ähnliche Tendenz spürbar. Das Geld wird daher wieder billig oder noch billiger, wenn man sich am Vorgehen der Europäischen Zentralbank orientiert. Schon alleine mangels Alternative dürfte daher ein Teil dieses Geldstroms am Aktienmarkt landen – ungeachtet der fundamentalen Rahmenbedingungen. In der Vergangenheit führte eine solche Politik oftmals zu einer Blasenbildung, die dann umso heftiger beim Platzen in Erscheinung trat. Im aktuellen Fall ist dies unter anderem am hiesigen Immobilienmarkt erkennbar, da München und Frankfurt mittlerweile zu den teuersten Städten der Welt gehören (was den Immobilienpreis anbelangt). Insofern gibt es auch ein treibendes Element, das trotz der deutlich rückläufigen Industriezahlen den Aufschwung am Aktienmarkt unterstützt. Wir gehen allerdings davon aus, dass sich das gezielte Investment in einzelne Titel mehr lohnen wird und die Schwankungen insgesamt deutlich zulegen sollten. Insofern kann es auch einmal sinnvoll sein, einen kurzfristigen Gewinn zu realisieren und ein höheres Maß an Cash zu halten.

 

Viel Erfolg und gute Trades

Stephan Feuerstein

Hebelzertifikate.de

 

Stephan Feuerstein besitzt als Chefredakteur des Trading-Dienstes "Hebelzertifikate-Trader" (Hebelzertifikate.de) langjährige Erfahrung im Handel mit derivativen Finanzprodukten. Seit Anfang der 1990er Jahre beschäftigt er sich mit der Börse und legte schon früh den Schwerpunkt auf die Technische Analyse und die Entwicklung von Handelssystemen. Von 1999 bis 2001 war er Leiter der Technischen Analyse beim Optionsschein-Magazin; er veröffentlichte zudem in vielen Börsenbriefen und -magazinen zu den Themen der Technischen Analyse, Risiko- und Money-Management und Börsensoftware.

Seit 2012 betreibt er als Head of Trading das Informationsportal Boerse-Daily.de.

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