Arbeitsmarktdaten lassen Bullen und Kurse Freudensprünge machen

Lange Zeit setzte sich im gestrigen Handel die Langeweile des Vortages fort. Der DAX tendierte zum Beispiel in einer Range von gerade einmal rund 50 Punkten seitwärts. Doch dann versetzten die US-Arbeitsmarkdaten die Bullen in einen wahren Freudentaumel.

US-Arbeitsmarktbericht überrascht deutlich positiv

Außerhalb der Landwirtschaft wurden 266.000 neue Stellen geschaffen. Dies lag deutlich über den Erwartungen von 180.000 und es war der höchste Stellenzuwachs seit 10 Monaten. Zudem wurden die Werte der beiden Vormonate von 180.000 auf 193.000 und von 128.000 auf 156.000 nach oben revidiert.

neu geschaffene Stellen in den USA

Und damit sank die Arbeitslosenquote wieder auf das zyklische Tief von 3,5 %, welches vor zwei Monaten schon einmal erreicht wurde. Hier lag die Erwartung bei einem unveränderten Wert von 3,6 %.

Arbeitslosenquote in den USA

Hintergrund dieser Entwicklung war unter anderem natürlich das Weihnachtsgeschäft, zu dem insbesondere im Handel und in der Logistik mehr Personal benötigt wird. Aber unabhängig davon blieb zudem der Inflationsdruck durch moderat gestiegene durchschnittliche Stundenlöhne (+0,2 % zum Vormonat, +3,1 % zum Vorjahr) relativ gering. Leitzinserhöhungen werden damit also noch nicht nötig. Und wenn die Konjunkturdaten bei anhaltend billiger Liquidität positiv ausfallen, greifen die Bullen natürlich gerne wieder zu Aktien.

US-Indizes profitieren stärker als der DAX

Entsprechend machten die Aktienindizes einen ordentlichen Satz nach oben. Dabei zeigte sich der DAX allerdings weiterhin zurückhaltend. Er konnte lediglich die Verluste des Vortages wettmachen und blieb weiterhin unterhalb des 61,80er Retracements.

DAX - kurzfristige Chartanalyse

Der S&P 500 konnte dagegen bereits seine gesamten Verluste dieser Woche aufholen (siehe grüne Ellipse im folgenden Chart).

S&P 500 - Chartanalyse

Das bearishe Signal des Rücksetzers ist damit vollständig neutralisiert.

Die Bären stehen am Ende als Verlierer da

Zusammenfassend lässt sich zu dieser Woche sagen, dass phasenweise gähnende Langeweile herrschte – aufgrund einer sehr niedrigen Volatilität, die wir bereits in den Vorwochen gesehen haben – insbesondere im DAX. Mit Blick auf die Kursverluste zu Handelsbeginn und die anschließende Erholung war es aber auch durchaus eine spannende Zeit. Aus dieser gehen die Bären aktuell als Verlierer hervor. Denn sie müssen im Grunde von Null anfangen, um wieder Akzente zu setzen. Dabei haben sie im DAX aktuell noch die größte Chance, noch einmal zum Zuge zu kommen.

Schnelle Trader konnten mit fallenden Kursen auch Gewinne erzielen

Ich persönlich gehe mit gespaltenen Gefühlen ins Wochenende. Aufgrund der fundamentalen und charttechnischen Situation hatte ich mit einem größeren Rücksetzer gerechnet. Und daher hatten wir im „Target-Trend-CFD“ auch am Montag vier Short-Positionen aufgebaut. Diese konnten wir schnell auf Einstandskurs absichern, so dass wir ab Dienstag dem weiteren Treiben entspannt zusehen konnten. Und weil wir einen Short-Trade auf den Dow Jones bei 27.556 Punkten geschlossen haben, konnten wir uns nach nur einem Handelstag über einen Gewinn in Höhe von satten 429,13 Euro (pro CFD-Kontrakt) freuen. – Immerhin. Bei den anderen Positionen schmolzen die Gewinne wegen der Kurserholung leider wieder dahin.

Auffällige Kurslücken im S&P 500

Aber ich fürchte nach wie vor einen stärkeren Rücksetzer. Besonders die aktuellen Kurslücken im S&P 500, die im Rahmen der aktuellen Kurserholung gerissen wurden (siehe Chart oben), stimmen mich wieder skeptisch. Diese können allerdings auch den Beginn einer massiven Übertreibung nach oben eingeleitet haben, als letzte Phase der übergeordneten Aufwärtsbewegung. Daher muss man mit neuen Trades aktuell sehr umsichtig vorgehen. Zumal der 15. Dezember näher rückt – also der Termin, an dem neue US-Zölle in Kraft treten werden, wenn diese nicht wieder verschoben oder gar aufgehoben werden. Wie es an den Märkten weiter geht, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch von dem Schicksal dieser Zölle abhängen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Geldanlage
Ihr
Sven Weisenhaus

(Quelle: www.stockstreet.de)

Sven Weisenhaus ist Chefredakteur des renommierten Börsen-Newsletters Börse-Intern, der vom bekannten Börsen-Portal Stockstreet.de herausgegeben wird. Er schreibt dort auch die Analysen des „Target-Trend-Spezial“ - einem börsentäglichen Dienst, der den DAX und andere Indices nach der berühmten Target-Trend-Methode analysiert.

www.stockstreet.de

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