DAX bleibt weiter absturzgefährdet – Trump bleibt Details zum Hilfspaket schuldig

Die deutliche Leitzinssenkung der Bank of England heute Morgen selbst ist zunächst mal ein weiterer eher symbolischer Schritt, der nicht wirklich hilft, Menschen aus der Quarantäne zu holen und das öffentliche Leben wieder in Normalität zu versetzen. Das zugleich angekündigte Finanzierungspaket für Banken, die damit ihrerseits Unternehmen mit Krediten versorgen können, die wegen des Virus in Schieflage geraten, trifft da schon eher den Nerv der Börse und sorgt zumindest mal für einen positiven Start des Deutschen Aktienindex in einen nächsten wohl schwierigen Handelstag.

Es bleibt dabei: Solange nicht klar ist, wann wo die Ausbreitung des Virus ihren Höhepunkt findet, kann man die wirtschaftlichen Folgen nur erahnen und ist auch an der Börse damit weiter im Blindflug unterwegs. Zwar sieht es in China so aus, als hätte die Epidemie schon Ende Februar diesen Höhepunkt erreicht. Aber man kann daraus nicht unbedingt auf einen ähnlichen Verlauf außerhalb Chinas und damit auch in Ländern wie Italien und Deutschland schließen.

Die erhoffte Erholungsrally an der Wall Street brach schon gestern Nachmittag wieder in sich zusammen und konnte damit die Stimmung auf den weltweiten Börsenparketts nicht ins Positive drehen. Eine Pressekonferenz im Weißen Haus nach Börsenschluss wurde mit Spannung erwartet. Als dann die erwarteten Details aber ausblieben und auch US-Präsident Trump nicht daran teilnahm, rutschten die US-Futures nach der einstündigen Handelspause um 23 Uhr wieder deutlich ab. Die Verkäufe hielten die ganze Nacht über an. Der Volatilitätsindex VIX als Angstmesser springt wieder nach oben, der Goldpreis klettert ebenfalls. Beide Indikatoren zeigen wieder wachsenden Stress im System an.

Der S&P 500 Index hat gestern sein altes Coronavirus-Tief vom 28. Februar bei 2.854 Punkten getestet. Das Ergebnis steht heute Morgen fest. Der Versuch, es zurückzuerobern und zu einer neuen Untergrenze für die Risikobewertung erneut zu installieren, schlug fehl. Diese Marke muss nun als mögliche Erholungsgrenze nach oben angesehen werden. Ein Anstieg darüber könnte Entspannung signalisieren. Darunter aber bleibt die Lage angespannt.

Beim DAX geht es weiter um die Unterstützung bei 10.486 Punkten. Darunter kann es noch einmal etwas ungemütlicher werden, es droht eine Fortsetzung des Absturzes bis unter 9.000 Zähler.

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Jochen Stanzl ist Chef-Marktanalyst bei CMC Markets in Frankfurt. Davor war er über 15 Jahre bei der BoerseGo AG als Finanzmarktanalyst tätig und hat unter anderem die Portale GodmodeTrader, Jandaya und die Investment- und Analyseplattform Guidants mit aufgebaut und als erfolgreiche Kanäle in der deutschen Trading-Community etabliert. Sein analytischer Fokus liegt auf der Kombination aus technischer und fundamentaler Analyse von Währungen, Rohstoffen, Anleihen und der weltweiten Aktienmärkte.

 

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